Für Wasserratten gibt's erstmal "Trockenfutter"
DATTELN: Schnuppersegeln auf dem Halterner Stausee fällt (teilweise) flach
Drei Hand breit Wasser unter dem Kiel ist ja schön und gut, zumal absolutes Muss für Wassersportler. Wenn das Nass indes von oben kommt, kann einem schon mal die gute Laune vergehen - zumindest teilweise.
Schnuppersegeln auf dem Halterner Stausee - so stand's im Ferienspaß-Kalender. Ein Termin, den auch zwölf Jungs und drei Mädels aus Datteln gebucht hatten. See statt Kanal - für alle eine Premiere. Bevor die "Nachwuchssegler in spe" allerdings in See stechen durften, gab's erstmal Trockenfutter. Serviert von Uwe Woite, seit Januar erster Vorsitzender des Segelclubs Mühlbachtal Haltern (SCMH). "In der ersten Viertelstunde sind die Kinder noch aufnahmefähig, danach kann man das vergessen", begründet der 41-Jährige.
Holzmodell hilft bei der Einweisung
Bedeutete konkret für Vera, Maren und Sophie, das männliche Dutzend und die beiden Ferienspaß-Betreuer: Anhand eines etwa ein Meter großen Holzmodells gab Woite unter anderem Antworten auf die (selbst gestellten) Fragen: "Wie funktioniert ein Segelboot? Warum kippt es nicht um,
obwohl der Wind in die Segel bläst? Und: Warum ist der Segelbaum gefährlich, vor allem beim Wendemanöver?" Für letztere Frage hatte der 41-Jährige eine kurze, knackige und vor allem einprägsame Antwort: "Rübe runter, sonst knallt's und ihr habt am nächsten Tag Kopfschmerzen!"
Nach der obligatorischen Einweisung in die Schwimmwesten sowie der Erläuterung einiger Regeln zum Thema Sicherheit folgte ein wenig Segeltheorie: Warum fährt ein Segelboot, wie heissen die vielen "Leinen" u.s.w. Nach eben diesem "Trockenfutter" begaben sich die ersten 9 Kiddies, verteilt auf drei Boote, an und auf den See. Mit solchen Problemen brauchten sich sechs Jungs leider erst gar nicht zu befassen. Eine Stunde Praxis auf See mit Fock-Bedienung, evtl. Bedienung des Ruders und, und, und stand für alle auf dem Programm.
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In den beiden von Bernd Gärtner und Andreas Prenning gesteuerten clubeigenen Booten sowie der von Klaus Husmann manövrierten "Quintessenz". Eigentlich. "Ich sehe, ihr habt Handys. Find' ich klasse, dann könnt ihr anrufen, wenn ihr ins Wasser fallt", gab sich Woite auch auf dem Ablegesteg nicht wortkarg. Nicht zuletzt, um die Dattelner Matrosen nicht als triefnasse Wasserratten Richtung Kanalstadt verabschieden zu müssen.
Gut gemeintes, aber letztendlich frommes Wunschdenken. Denn während sich die drei Mädels und ein Jungen-Sextett bei Windstärke zwei bis drei eine steife Brise um die Nase wehen ließen, zogen dunkle Wolken auf. Ein Grummelm, ein zweites Grummeln - und Schluss war's mit Lustig!
Bereits bei Windstärke vier ist das zu gefährlich mit den Kindern - bei Gewitter geht ohnehin nichts mehr", so Woite - und griff zum Verdruss der an Land Gebliebenen zum Handy. Zwecks Info an die Skipper: Ende aus, Micky Maus! Nix war's mit Segeln für den Rest. Statt dessen gab's eine Bratwurst auf die Faust.